Telogeneffluvium ist eine Form des diffusen Haarausfalls, bei der sich eine ungewöhnlich große Anzahl von Haaren gleichzeitig in die sogenannte Telogenphase – also die Ruhephase des Haarzyklus – zurückzieht. Infolgedessen kommt es etwa zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis zu einem verstärkten Haarausfall am gesamten Kopf. Anders als bei kreisrundem oder vernarbender Alopezie entstehen dabei keine kahlen Stellen, sondern das Haar wird insgesamt dünner und lichter.
Die Ursachen für ein Telogeneffluvium sind vielfältig. Häufige Auslöser sind starke körperliche oder seelische Belastungen wie Infektionen, Operationen, hormonelle Umstellungen oder auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen. Auch Medikamente oder psychischer Stress können den Haarzyklus aus dem Gleichgewicht bringen. Entscheidend ist dabei nicht nur das Ereignis selbst, sondern der zeitlich verzögerte Effekt: Der Körper reagiert mit einer Verschiebung vieler Haarfollikel in die Ruhephase, was sich erst Wochen später durch vermehrtes Haarverlust bemerkbar macht.
Das Telogeneffluvium gilt als reversibel, da die Haarfollikel nicht dauerhaft geschädigt sind. Sobald die Ursache erkannt und behoben ist, stabilisiert sich der Haarwachstumszyklus in der Regel wieder von selbst. Eine ausgewogene Ernährung, gezielte Kopfhautpflege und gegebenenfalls die Anwendung wachstumsfördernder Wirkstoffe können den Regenerationsprozess zusätzlich unterstützen und das Haarwachstum sanft anregen.